AsKI-Jubiläum. Und alle, alle kamen ... 50 Jahre Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute

Festveranstaltung des AsKI in der Akademie der Künste am 30.5.2017,  v.l.n.r. Staatsministerin Prof. Monika Grütters,  Kathrin Röggla, Dr. Wolfgang Trautwein, Foto: Ekko von Schwichow, Berlin

Sieben selbständige, vom Bund unterstützte Kultureinrichtungen gründeten 1967 einen Zusammenschluss, um ihre Interessen gemeinsam gegenüber dem Bund zu vertreten. Dieser Zusammenschluss, im Lauf der Jahre auf 36 angewachsen, repräsentiert eindrucksvoll die kulturelle Vielfalt in Deutschland und die Bedeutung des Sammelns für das kulturelle Gedächtnis.

Festveranstaltung des AsKI in der Akademie der Künste am 30.5.2017, Foto: Ekko von Schwichow, Berlin

Zum 50-jährigen Jubiläum hatte der AsKI am 30. Mai in den Festsaal der Akademie der Künste am Pariser Platz eingeladen, galt es doch eine Institution zu feiern, die wie keine zweite in Deutschland für kulturelles bürgerschaftliches Engagement und für Selbständigkeit als Organisationsprinzip steht.Kathrin Röggla, Foto: Ekko von Schwichow, Berlin

Unter dem Motto des Festakts „Sammeln verpflichtet!" gab Kathrin Röggla, Vizepräsidentin der Akademie der Künste, einen Einblick in das „Sammeln als künstlerische Praxis". Für den Künstler gehe es immer um Zukünftiges: „Sammeln ist ein Denken an ein Morgen. Im Archiv ist nicht nur die Geschichte oder die Gegenwart aufgehoben, sondern auch die Zukunft."

Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters, Foto: Ekko von Schichow, Berlin

Den Festvortrag hielt Staatsministerin Professor Monika Grütters: Sie sprach über das Sammeln aus kulturpolitischer Perspektive (s. nachfolgender Beitrag) und verwies insbesondere auf die identitätsstiftende Funktion von Sammlungen: „Um die Werte und Erfahrungen zu vermitteln, die unsere Verfassung wie auch unser Zusammenleben tragen, brauchen wir unsere Sammlungen – die Siege der Wertschätzung über Vergessen und Vergänglichkeit."Dr. Wolfgang Trautwein, Foto: Ekko von Schwichow, Berlin

Dr. Wolfgang Trautwein, Vorsitzender des AsKI, verwies in seiner Zwischenbilanz auf die Ursprünge vieler AsKI-Institute, die auf die Sammelleidenschaft von Bürgern, Wissenschaftlern, Künstlern oder auch Kaufleuten zurückzuführen sind, und ließ die wechselvolle Geschichte des AsKI Revue passieren, die durch bürgerschaftliches Engagement, den Kooperationswillen der Mitgliedsinstitute und die Kulturpolitik des Bundes geprägt war. Mit neuen Ideen, wie etwa den virtuellen Präsentationen um „Ungelöste Rätsel der Kulturgeschichte", blicke der AsKI tatenfroh in die Zukunft.

Festveranstaltung des AsKI in der Akademie der Künste am 30.5.2017, Empfang auf der dachterrasse, Foto: Ekko von Schwichow, Berlin

Musikalisch begleitet wurde der Festakt von „Tal Balshai Solo & Trio". Unter den Gästen waren zahlreiche Mitstreitende der letzten Jahrzehnte – ehemalige Geschäftsführer und AsKI-Vorsitzende, Direktoren und Direktorinnen der Mitgliedsinstitute, Mitarbeitende aus der Bundeskulturverwaltung, Kollegen und Kolleginnen aus anderen Museen und Kultureinrichtungen. Da zugleich auch die vom AsKI getragene Casa di Goethe ihren 20. Geburtstag feiern konnte, kamen auch viele Gäste, die in oder zusammen mit der Casa di Goethe in den letzten Jahren zahlreiche, ganz unterschiedliche Projekte realisiert haben. Auch ehemalige Praktikanten und Stipendiaten gratulierten zum Jubiläum. Auf der Terrasse der Akademie der Künste mit spektakulärer Aussicht auf den Pariser Platz und das Brandenburger Tor sorgte der anschließende Empfang für einen stimmungsvollen Ausklang.Roundtable des AsKI in der Akademie der Künste, Foto: Franz Fechner, Bonn

Bereits am Nachmittag hatte der AsKI zu einem Round-Table-Gespräch zum Thema „Horizontwandel der Kultur-Institute – Visionen im Praxistest" geladen. VertreterInnen der Mitgliedsinstitute berichteten aus der Praxis: u.a. über den Plan eines Zwangsarbeitermuseums in Weimar, den Paradigmenwechseln im Deutschen Hygiene Museum, dem Museum Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst, dem Richard Wagner Museum und dem Germanischen Nationalmuseum oder über den Forschungsverbund Marbach – Weimar – Wolfenbüttel. Intensive Diskussionen stellten einmal mehr den Nutzen eines solchen Netzwerkes unter Beweis. Diese und viele andere Beiträge aus den Mitgliedsinstituten des AsKI erscheinen neben den Festreden demnächst in einer Gemeinschaftspublikation unter dem Titel „Kulturinstitute im Horizontwandel – 50 Jahre AsKI e.V.".

Humboldt-Forum Berlin; Baustellenbesichtigung durch Vertreterinnen u. Vertreter des AsKI am 31.05.2017, Foto: Franz Fechner, Bonn

Am nächsten Morgen hatten die Mitglieder außerdem Gelegenheit, die Baustelle des künftigen Humboldt-Forums zu besichtigen und ein Gespräch über die Konzeption des ehemaligen Stadt-Schlosses zu führen. Die imposanten Dimensionen dieses neuen Kulturstandorts lassen erahnen, welche Probleme mit der Unterbringung kostbarer Sammlungen und mit der „Bespielung" eines solchen Ortes verbunden sind. Da sich unter den Teilnehmern auch so manche „Schlossherren" befanden, die ihre Erfahrungen in die Diskussion einbringen konnten, war diese Führung nicht nur für die Teilnehmenden, sondern vielleicht auch für den Veranstalter gewinnbringend!

Dr. Ulrike Horstenkamp
Geschäftsführerin des AsKI

 

AsKI KULTUR lebendig 2/2017
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